Noch vor wenigen Jahren klapperten in der Schiffsregisterabteilung des Amtsgerichts Hamburg die Schreibmaschinen. In einem ehrlichen Dialog wird von der radikalen, digitalen Neuausrichtung im Rahmen gesetzlicher Bestimmungen und unter Einbeziehung der Kunden berichtet.

 

Florian Strunk absolvierte das Studium der Rechtspflege an der Hochschule Nord in Hildesheim. Es folgte die Tätigkeit als Organisationsreferent bei den Hamburger Amtsgerichten, seit Oktober 2007 als IT-Leiter.

Janos Standt verantwortet seit August 2017 bei mgm technology partners gmbh als stellvertretender Bereichsleiter den Ausbau des Geschäfts mit öffentlichen Auftraggebern. Davor leitete er das Produktmanagement für Mobile Services der T-Systems und Deutschen Telekom AG nach führenden Rollen bei Colt Technology Services.

 

Key Takeaways „Schiffsregister digital: In 12 Monaten von der Kogge zum modernen Schiff“

  • In Deutschland existieren 22 Binnenschiffsregister und 14 Seeschiffsregister. Hamburg verantwortet mit einem Bestand von über 7.000 Schiffen das größte Schiffsregister.
  • Das Hamburger Schiffsregister nimmt pro Jahr etwa 400 Registrierungen vor und bearbeitet über 3.000 Anträge. Hierfür stehen lediglich 5,25 FTE zur Verfügung. Die bisherige manuelle Antragsbearbeitung ist somit mit einem
    sehr hohen Arbeitsaufwand und großer Arbeitsbelastung verbunden.
  • Gleichzeitig herrscht auf Seite der Reeder der Wunsch nach schnellerer Antragstellung, geringerer Bearbeitungsdauer und Informationen zum Bearbeitungsstand vor.
  • Um diese Probleme zu lösen, sind die Justiz- sowie die Wirtschaftsbehörde in Hamburg ein Joint Venture eingegangen, um eine digitale Anwendung zu schaffen.
  • Mittels agiler Softwareentwicklung, die alle Mitarbeiter und Stakeholder einbindet, wird diese Anwendung nun innerhalb eines Jahres erarbeitet. Der interne Client soll am 1. Januar 2020 live gehen.
  • Die Digitalisierung des Schiffsregisters kann als Prototyp für die Digitalisierung weiterer Bereiche in öffentlichen Sektor verstanden werden. Hamburg geht in der Thematik der Schiffsregister nun voran, andere Bundesländer
    können die Anwendung bei Bedarf ebenfalls nutzen.
  • Die Tatsache, dass die Anwendung „auf der grünen Wiese“ entstehen konnte, ist ein Erfolgskriterium. Zudem wurde bewusst die Entscheidung getroffen, eine Individualentwicklung vorzunehmen und keine bestehende Software einzukaufen, die womöglich Funktionen bietet, die überhaupt nicht benötigt werden. Das Ziel ist eine schlanke, optimal zugeschnittene Anwendung.
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